Spalten statt vereinen – auch vor Ort

Hilfe, wir sollen schon wieder vereinigt werden! Was schon im Großen (BRD/DDR) nicht geklappt hat, soll nun im Kleinen wiederholt werden. Das Beitrittgebiet heißt diesmal Bad Münster am Stein-Ebernburg und ist nicht minder abgewirtschaftet als 1990 die DDR. Die überschuldete Kleinstadt an der Nahe – die noch nicht einmal eine örtliche Version des DDR-Devisenbeschaffers Alexander Schalck-Golodkowski hat – soll nach dem Willen des rheinland-pfälzischen Innenministers Karl-Peter Bruch (SPD) mit der Kreisstadt Bad Kreuznach fusionieren.
Am Sonntag, 27. September, will die dem Vorhaben positiv gegenüber stehende Bad Kreuznacher Stadtspitze eine rechtlich nicht bindende Abstimmung zur Vereinigung durchführen. Zur Fusion sind keine tragfähigen Konzepte bekannt, doch es wird das Blaue vom Himmel bezüglich möglicher Vorteile versprochen. Noch hat keiner was von „blühenden Landschaften“ gefaselt – es ist aber stündlich damit zu rechnen. Bad Münster-Ebernburg fügt sich derweil prächtig in die Zonen-Rolle: So wirklich gefragt hat man die Schuldenmacher unterm Rotenfels (sic!) ob des Beitritts nicht.
Die PARTEI Ortsverband Bad Kreuznach hat eine bessere Lösung parat: Die knapp viertausend Bürger Bad Münster-Ebernburgs könnten schlichtweg alle auf einmal „rüber machen“. Bad Kreuznach richtet im Konversionsgebiet Sammellager für die Armutsflüchtlinge aus der Nachbarstadt ein. Unterm Rotenfels werden einige historische Bauten beibehalten, der Rest wird zum Naturschutzgebiet und Europas größtem Refugium für Würfelnattern. Vorteile: keine langwierigen Verhandlungen, keine schädlichen und teuren Spätfolgen, schnelle Bebauung der Bad Kreuznacher Konversionsflächen und eine Touristenattraktion (Würfelnatter!), die ihresgleichen sucht.
Deshalb: Einfach eine Würfelnatter (Schlange = DDR-Symbol) auf den Abstimmungszettel malen, um so die optimale Lösung für alle – Bad Kreuznacher, Armutsflüchtinge und Schlangen – zu erzwingen.

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