Vogelgesang zur Lage der Nation (2/2017): Internet für Senioren

Liebe Genoss*innen
Die Wahlen rücken immer näher und es ist an der Zeit uns mit dem Wahlvieh näher zu beschäftigen, da wir (leider) noch auf ihre Stimmen angewiesen sind, was sich nach der Machtergreifung natürlich ändern wird.
Heute werfen wir einen Blick auf unsere älteren Wähler. Sollten ältere Wähler hier sein, erstmal: Herzlichen Glückwünsch, Sie haben es bis Februar geschafft haben.
Böse Zungen könnten jetzt behaupten wir müssen uns den älteren Wählern nicht so sehr widmen, da sie erstens durch das baldige Anklopfen des Sensenmannes für die Wahl irrelevant sind und zweitens eher die Definition für die Vergangenheit als für die Zukunft sind. Und wer will es leugnen, sie haben auch Recht damit, aber das können wir ihnen natürlich nicht sagen wir brauchen ja ihre Stimme.
Ernst beiseite. Alte Leute sind meistens knuffig und müssen umsorgt werden. Diese Welt wird immer schneller und die Zeiten in denen Zugfahren, aus dem Fenster die Nachbarn beobachten und latenter (bzw. offener) Rassismus in der Öffentlichkeit  noch romantisch waren sind leider vorbei. Doch zum Glück gibt es einen Ort an dem diese Sachen immer noch exzessiv ausgelebt werden können!
DAS INTERNEEEEEEEET!


Wie oft bin ich schon von älteren Mitbürgern/Verwandten gefragt worden: “LOL, Hallo Josh, I BIMS den Hannelore/Dieter/ELSE/Gerd-Adolph, wie funzt eig den I-Net shizzle. SWAG“
Hier ein Kleiner Leitfaden für die wichtigsten Websites (wie wir anglifiziert sagen).
Google: Die Heiligkeit unter den Internetseiten. Hier können Sie alles finden. Wirklich. Alles. Was nicht von Google gefunden wird existiert auch nicht. Wenn man wirklich verzweifelt ist geht man sogar auf die zweite Seite der Suchergebnisse. Die Google-Suche ist schnell und einfach. Hat man früher noch bei der Google-Hotline angerufen und bekam das Ergebnis nach c.a. 3 Wochen zu gefaxt so muss man heute nur den Begriff auf der neumodischen Schreibmaschinentastatur eingeben und nach Sekunden findet man alles, vom Apothekenumschau-Abo zu hauseigenen Krankheitsdiagnosen. Jedoch empfiehlt es sich, da es sich bei Google um ein englischsprachiges Unternehmen handelt, auch auf Englisch zu suchen. Also wenn Sie ein leckeres Sahnekuchenrezept suchen, einfach schnell Creampie googlen und sich auf die Ergebnisse freuen.
Facebook Teil 1: Uff! Wo soll man bei Facebook anfangen? Hat man früher noch auf dem Wochenmarkt im Dorfgeläster erfahren, wer mit wem anbandelt, welche Partei den kleinen Mann wieder unterdrückt und wer Bauer Margots Gemüse geklaut hat kann man das heutzutage im Internet, auf Facebook, immer. Hurra, grandioses Konzept! Hier kann jeder seine Meinung in die Öffentlichkeit speien. Zu jedem erdenklichen Thema. Waren früher Diskussionen zum Weltgeschehen nur der  geistigen Elite und Stammtischen vorbehalten, so treffen diese jetzt schonungslos aufeinander und scharmützeln sich durch alle Ebenen. Siezen? Duzen? Direkt beleidigen? Man weiß es nicht. Bitte beachten Sie, dass auf Facebook ALLE ihre ungefilterte Meinung hören wollen, auch wenn Sie von der Thematik keine Ahnung haben. Hauen Sie einfach alle Parolen raus die sie noch aus der alten Zeit kennen und diskutieren sie drauflos. Und immer bedenken, Rechtschreibung kontrollieren nur Streber und wer alles in Großbuchstaben schreibt hat immer Recht. (Und immer genug Ausrufezeichen und Lach-Smileys benutzen!!!!! :D:D:D:D:D:D !!!1111!!lsk!!:D:D.Dd.)
Wikipedia: Stopfen Sie ihre Bücherregale doch nicht mit altmodischen Lexika voll! Auf Wikipedia finden Sie das Wissen aller Bücher auf einer Seite. Für Diskussionen immer praktisch einfach schnell den Wikipedia Artikel raussuchen. Auch wenn Sie mal die Namen ihrer Enkel vergessen haben sollten oder wissen wollen ob ihre Freunde noch leben.
Amazon: Haben Sie alles was sie brauchen? NEIN! Definitiv nicht. Schauen sie auf Amazon nach. Hier gibt’s alles und noch mehr. Der große Vorteil, zu den Teleshoppingsendern auf denen Sie sonst bestellen, von Amazon: Hier werden die Arbeiter und nicht Sie ausgebeutet, so wie sich das für die westliche Welt gehört!
Youtube: Wirft Ihr 13-Jähriger Enkel eine Flasche auf den Tisch, kippt sich Eis über den Kopf oder rennt gegen eine Scheibe? Ohrfeigen Sie ihn nicht wie früher, sondern filmen Sie es und stellen Sie es auf Youtube! Oder Singen Sie neumodische Hits in Ihre Webcam, wer weiß vielleicht wird aus Ihnen der nächste Internethit! Vergessen sie nicht Titel wie „Wow Taylor Swift nackt“ oder „OMG, was hier passiert wirst du nicht glauben!“ zu nutzen und zack werden Sie viral! Wenn ihr Channel und Ihre Community groß genug sind, geht der Spaß erst richtig los! Machen Sie mit Werbedeals richtig Kohle, geben Sie alle zwei Wochen Interviews in der Bravo und ziehen Sie unschuldigen, naiven Jugendlichen das Geld aus der Tasche. Heureka!
Twitter: Im Prinzip das gleiche wie Facebook, nur dass Sie sich kürzer fassen müssen, was Ihnen, aufgrund der kürzeren Lebenszeit, bestimmt entgegen kommt.
9Gag/Imgur/4chan/Pr0gramm: Vielleicht sind passen Sie aufgrund Ihres Alters nicht ganz in diese pseudoelitären Clubs, um ihren Hass auf Frauen und ihre unnützen Rechte, die verdammten Ausländer und generell den gemeinen Rest der Gesellschaft in kreativen Bildchen, genannt Memes auszudrücken. Wobei, was rede ich denn da! Sie passen genau dazu! Treten Sie bei und sorgen Sie dafür, dass sich das Gedankengut der 50er Jahre weiter in den Köpfen der jungen Leute manifestiert. Leute die Schon in den 60-ern für gleiche Rechte für Frauen, Homosexuelle und Andersethnische auf die Straße gegangen sind sollten diese Plattformen doch eher meiden, um Bluthochdruck vorzubeugen!
eBay: Quasi ein Online-Flohmarkt. Perfekt um alte HJ-Uniformen ins Ausland zu verscherbeln, wenn man sie nicht bis zur Machtergreifung der AfD für die Enkel aufheben möchte.
Vine/StudiVZ/WKW/Yahoo/Etc.: Sind irrelevant oder existieren nicht mehr.
Das gröbste dürfte damit abgedeckt sein. Der Rest sind Pornos.
Also nun da Sie sich auskennen lassen Sie der Partei Die PARTEI ein Like da und falls sie uns wählen sollten, halten sie noch bis September durch!
Wie immer gilt:
Keine rosige Zukunft in Aussicht, aber auch alles halb so wild. Außerdem bin ich der Meinung, dass lustige-Martin-Chulz-Memes zerstört werden müssen.

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